Weil André schon ein bisschen zu weinen angefangen hat, fühle ich mich heute einmal bemüßigt, nochmal ins Bloggerhandwerk einzusteigen, obwohl ich doch meinen Meisterbrief schon lange fest in Händen halte.
Was André in seinem Beitrag "content-flaute™" nennt ist ein Phenomen, daß sich nicht nur auf Blogs, sondern auch auf Printmedien beziehen lässt. Mit Content, so sei in diesem Zusammenhang angemerkt, ist der geistige Nähwert gemeint, nicht die tatsächlich Anzahl der Worte. Besonders herrausragend im Bereich der Nährwerteinsparer ist die "Infotainment" genannte Branche der Trivialwissenschaft. Der Nährwertgehalt selbiger ist gleichauf mit chinesischem Milchpulver und richtet sich dabei nichtmal an Säuglinge sondern eher an Erwachsene mit der Intelligenz eines durchschnittlichen Wiesnbesuchers.
Daß Galileo absolute Rotze ist, ist ja mittlerer Weile allenthalben bekannt, aber für alle, die das noch nicht Wissen und sich allabendlich von einem geschmacklosen Fettmops die Gigantomanie in Nahrungsmittelvergeudung als Wissenshaft verkaufen lassen, gibt es jetzt auch was, was sich neben der InTouch der Freundin auf dem Couchtisch gut macht: "Welt der Wunder – Entdecken, staunen, wissen". Eine Zeitschrift. Das einzige, worüber ich Bauklötze gestaunt habe ist, was da drin für ein hahnebüchender Krempel erzählt wird, wenn man den Text denn mal gefunden hat. Der versteckt sich nämlich immer da, wo nicht gerade ein seitenfüllendes Symbolbild oder eine nichtssagende Grafik bunt nach dem Auge des Betrachters grabscht.
Hat man dann den Text zum Bild gelesen, wünscht man sich kurz darauf das nicht getan zu haben, denn irgendwie fühlt man sich peinlich berührt, wenn man an den Schreiber des Artikels denkt, der sich mit dem Katalysieren von Informationen aus den Archiven irgendwelcher Ufologen und ählicher Traumtänzer den Lebensunterhalt verdienen muss.
Worum gehtsn da so? Ja, um tolle Sachen, an denen die Wissenschaftler gerade unter Hochdruck arbeiten, um unser Leben futuristischer zu machen. Wann können wir beamen? Sind Reisen mit Antimaterie möglich? Wann stirbt das Internet? Wie baut man eine Tarnkappe? Das sind die Fragen, die uns beschäftigen und die vermutlich vom Dr. Sommer Team beantwortet werden. Danach wissen wir endlich, wie die Waschmaschine funktioniert und wieso der dominikanische Schlitzrüssler ein "unkaputtbarer Gift-Gnom" ist. Danke, Welt der Wunder für so viel Staunen, Entdecken und Wissen, daß ihr da auf ca. 100 bunte Seiten (abzüglich Werbung) für preiswerte 3,50€ gebannt habt. Allen anderen, die saugfähigeres Klopapier für weniger Geld kaufen sei geraten, sich über Wissenschaftsthemen selbst kompetent zu informieren. Das ist umfassender, weniger Zeitverschwendung und folgt der alten Weisheit "Brot gut kaun macht Kot gut braun".
Und für alle, die das hier gelesen haben um zu erfahren, wie ein Perpetuum Mobile nun wirklich funktioniert, die klicken jetzt auf weiter …
Windows Vista ist eine Software der Superlative. Es gibt kein vergleichbares Betriebssystem. Jedenfalls kein vergleichbar beschissenes. Es ist nicht zu glauben, daß Microsoft 8 geschlagene Jahre gebraucht hat, um eine derart verkrüppelte und pseudo-nutzerfreundliche Software auf die Beine zu stellen. Faktisch kann Vista nichts besser als es XP konnte, dafür 1000 Sachen schlechter. Wenn man eine .exe umherkopieren, wenn man etwas installieren oder mal nach 10 Stunden Dauergenervtwerden auf Toilette gehen möchte, muss man bestätigen. Man sollte Microsoft allein deswegen verklagen, weil man dadurch nicht nur Zeit, sondern auch Klicks bis zur Sehnenscheidenentzündung verliert, mit denen man etwas nützliches hätte klicken können.
Wenn Software abstürzt, kann sie immer noch nicht zeitnah beendet werden und sowieso muss man auf alles warten.
Will man beispielsweise einen Ordner im Netzwerk freigeben, gibt es dafür 10 verschiedene Möglichkeiten, von denen keine funktioniert. "Wollen sie sie dies und das allen Benutzern dieses Computers zugänglich machen, oder mehereren Benutzergruppen?" "Bitte fügen sie Benutzer hinzu und definieren sie Schreibrechte". Das ging früher in einem Dialog.
Dafür gibts sinnfreie Animationen während man Dateien verschiebt (was auch viel zu lange dauert) und überhaupt sieht die ganze Oberfläche aufgepumpt aus. Jetzt wollte man schon gerne OSX kopieren und hat dabei anscheinend übersehen, daß die eigentliche Oberfläche des Apple Betriebssystems doch sehr reduziert ist. Kein die Funktion hemmendes Geplänkel und Fensterrahmen, die wertvolle Pixel der Auflösung stehlen. Auch egal. OSX und Vista vergleichen zu wollen wäre unfair wie Behindertenwitze.
Trotzdem fragt man sich als professioneller Computerbenutzer: Warum machen die das? Am Produkt Vista ist alles falsch. 5 verschiedene Varianten, die sich in Featurereichheit bzw. -armut unterscheiden aber in keiner Weise auf professionelle Nutzung eingehen, ein ressoucenhungriges, medioker gestaltetes Betriebssystem mit mehr Macken als Neuerungen, astronomische Preise vor allem für das Premiumprodukt "Ultimate". Einer der größten Softwarehersteller der Welt bekommt kein Betriebssystem hin, das etwas kann. Ganz schön traurig. Aber es ist mit allen Dingen wie mit dem Wald: Irgendwann kommt die Abbruchphase. Viel Spaß beim Monopol aufrecherhalten – ihr Idioten.